Reto Stuber ist Schweizer und lebt in New York. Er hat den Bestseller „Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter, XING und Co.“ geschrieben (unsere Rezension hier), betreibt die zugehörige Webseite www.SocialMediaBuch.com und steht auch hinter www.ErfolgImNetz.com.

Sein Unternehmen betreut internationale Kunden in den Bereichen Online-Marketing und soziale Medien, eine Übersicht der angebotenen Dienstleistungen findet sich unter www.SocialMediaFabrik.com.

Wie verschaffst Du Dir einen Überblick über das, was im Social Web passiert?

R.S.: Lieber Robi und Mario, erstmal besten Dank für die Interviewanfrage! Gerne gebe ich einen Einblick hinter die Kulissen.

Wir nutzen verschiedene Ansätze, um selbst auf dem Laufenden zu bleiben und dabei auch den Lesern von www.facebook.com/socialmediabuch die wichtigsten News zu präsentieren.

Einerseits habe ich mir ausgewählte Newsletter abonniert, wie zum Beispiel den Social-Media-Newsletter von http://www.smartbrief.com.

Außerdem lese ich verschiedene Blogs, zum Beispiel http://www.allfacebook.com, http://www.facebookmarketing.de, http://www.facebookbiz.de und http://www.thomashutter.com wenn es um Facebook geht. Für alle anderen Internet Themen sind http://www.netzwertig.de, www.mashable.com und http://www.techcrunch.com gute Quellen.

Tagtäglich beschäftige ich mich von Beruf(ung)swegen mit Social Media und sehe natürlich auch in meinem persönlichen Netzwerk interessante Dinge, die ich dann weitergebe. Einen Teil der News auf www.facebook.com/socialmediabuch stelle ich selbst ein, wenn ich über etwas Spannendes stolpere. Für das Tagesgeschäft sorgt eine meiner Kolleginnen.

Ich lebe im Medienmekka New York, und hier finden regelmäßig spannende Events statt. Dort bin ich oft mit von der Partie, um die Präsentationen zu verfolgen und mich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Welche Ziele verfolgst Du mit Deinen Social Media Aktivitäten?

R.S.:Ich möchte, dass wir mit der Online Präsenz des „Social Media Buch“ für andere Leuten einen Mehrwert schaffen und als wertvolle Informationsquelle wahrgenommen werden. Dasselbe gilt für „Erfolg Im Netz“. Über diesen beiden Projekten findet das „Expert-Branding“ statt, damit der interessierte Leser sieht, dass ich mein Handwerk verstehe. Das führt dann zu entsprechenden Kundenprojekten, die ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen zusammen umsetze.

Bei anderen Auftritten steht der Aufbau einer Kontaktliste im Vordergrund.  Darüber werden relevante Informationen kommuniziert und ab und an auch eigene Produkte oder Angebote in klassischer Affiliate Marketing Manier verkauft.

Welche Strategie(n) setzt Du ein, um Social Media Marketing für Dich zu nutzen?

R.S.: Wir adressieren unterschiedliche Nischen mit unterschiedlichen Blogs, Facebook Seiten und Twitter Accounts. Damit stellen wir für das Gegenüber eine hohe Relevanz sicher. Außerdem publizieren wir regelmäßig hochwertige Informationen, um darüber mit den Lesern in Dialog zu treten.

Einige dieser Auftritte sind vor allem informativer Natur (wie die oben erwähnten Auftritte SocialMediaBuch.com und ErfolgImNetz.com), während bei anderen Projekten der Verkauf im Vordergrund steht. Diese werden dementsprechend auch anders positioniert und beworben, doch auch hier gilt: Wer nur Eigenwerbung betreibt, wird scheitern. Menschen kaufen von Menschen, die Sie kennen, mögen und denen Sie vertrauen. Deshalb kommt auch hier der (kostenlosen) Weitergabe von hochwertigem Wissen eine wichtige Rolle zu.

Welches sind Deine bevorzugten Kanäle und warum?

R.S.: Grundsätzlich sollte man sich auf einige wenige Kanäle fokussieren, damit man sich nicht verzettelt. Ich persönlich nutze Facebook am häufigsten, gefolgt von XING, Twitter und LinkedIn. Facebook ist in meiner Nutzungsweise einiges persönlicher als die anderen Kanäle, zudem kann ich bspw. Fotos hochladen oder dank der Gruppenfunktion mit anderen Leuten kollaborieren. Der Spamfaktor ist ebenfalls sehr gering, und die Kontrollmöglichkeiten sind gut ausgebaut.

Einige meiner Kunden nutzen aber hauptsächlich Twitter oder XING. Im Zentrum steht immer die Frage, was die eigenen Bedürfnisse und die Zielgruppe sind, und mit welchen Mitteln man die gesteckten Ziele am besten erreicht.

Was empfiehlst Du im Profil zu nennen und was nicht?

Das kommt auf verschiedene Faktoren an. Wenn das Profil nur von den engsten Freunden und Familie eingesehen werden kann, darf es ruhig persönlicher sein. Wenn das Profil aber öffentlich ist, sollte man dort nur Dinge kommunizieren, die man auch sonst öffentlich kundtun würde. Gesunder Menschenverstand halt.

Ein paar Beispiele, die schief gelaufen sind, findet man unter http://www.lamebook.com oder http://failbook.failblog.org.

Wen oder was beobachtest Du im Social Web mit welchen Werkzeugen?

R.S.: Ich habe eine Reihe an Google Alerts zu meinen eigenen Projekten eingerichtet. Damit erfahren wir sofort, wenn jemand darüber spricht, und können uns in die Diskussion einbringen.

Im Weiteren nutzen wir www.postling.com, www.socialoomph.com und www.defensio.com, um unsere eigenen Auftritte und die von uns betreuten Kundenauftritte zu „überwachen“ und spamfrei zu halten.

Wie würdest Du unseren Leserinnen empfehlen loszulegen?

R.S.:Ich habe die sogenannte ZEMM-MIT Methode entwickelt, welche ich in meinem Buch „Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter, XING und Co.“  vorstelle.

Diese Abkürzung steht für „Ziele definieren – Entdecken – Mitmachen – Managen“ steht. Der MIT-Teil geht dann auf die wichtigsten Elemente ein, nämlich auf die Menschen, die Inhalte und die Tools.

Die Methode wird im Buch umfassend beschrieben, hier die wichtigsten Grundsätze:

Schießen Sie bloß nicht wild drauflos, sondern hören Sie zuerst zu und lernen Sie dabei, wie das Ganze funktioniert. Beobachten Sie, wie es andere machen.

Erstellen Sie nicht einfach ein Profil in den sozialen Medien, ohne dass Sie wissen, was Sie damit erreichen wollen! Überlegen Sie sich, warum und auf welchen Netzwerken Sie aktiv sein wollen. Weniger ist in diesem Falle mehr.

Starten Sie Ihre eigenen Versuche, indem Sie sich einbringen, Inhalte veröffentlichen und sich an für Sie relevanten Diskussionen beteiligen. Dabei stehen immer der Mensch und die Interaktion im Fokus, Eigenwerbung sollten Sie nur sehr gezielt und sparsam einsetzen.

Sie sollten dort präsent sein, wo sich auch Ihre Zielgruppe aufhält. Das sind oftmals die großen Netzwerke wie Facebook. Es kann aber auch für Sie relevante Nischennetzwerke, Blogs oder Foren geben, wo Sie mit von der Partie sein sollten.

Beginnen Sie dann mit den relevanten Leuten in Kontakt zu treten und bauen Sie sich stetig Ihr Netzwerk aus, einen Kontakt nach dem anderen.

Vergessen Sie nicht, Ihre eigenen Auftritte bekannt zu machen. Verlinken Sie diese zum Beispiel auf Ihrer Website. Platzieren Sie den Link auch in Ihrer E-Mail-Signatur und drucken Sie die URL auf Ihr Briefpapier. Veröffentlichen Sie den RSS-Newsfeed Ihres Profils in passenden Verzeichnissen. Partizipieren Sie an Diskussionen mit den führenden Experten Ihrer Branche, etc.

Es kann auch Sinn machen, gewisse Automatisierungsmechanismen zu nutzen, und damit Inhalte automatisch auf mehreren Kanälen zu veröffentlichen. Es ist durch solche Ansätze möglich, dass Sie die Inhalte an einem Ort publizieren und diese dann automatisiert in weitere Netzwerke einspeisen. So können Sie einen neuen Blogbeitrag schreiben, und dieser wird dann automatisiert auf Facebook, Twitter, XING und LinkedIn dargestellt! Das spart viel Arbeit und sorgt für einen Trafficschub auf Ihrer Seite. Dafür eignen sich zum Beispiel Dienste http://www.ping.fm oder für RSS-Newsfeeds auch http://www.dlvr.it.

Soziale Netzwerke sind eine gute Möglichkeit, die Reichweite von eigenen Inhalten zu erhöhen und mit Menschen in Kontakt zu treten. Durch diese zusätzlichen Verbreitungskanäle ergeben sich auch weitere Dialogmöglichkeiten mit den Anspruchsgruppen, und diese werden Sie bei der Verbreitung Ihrer Botschaft unterstützen.

Es ist sehr wichtig, dass Sie regelmäßig neue und relevante Inhalte kommunizieren. Mit entsprechenden Applikationen wie zum Beispiel www.hootsuite.com oder www.laterbro.com können Sie diese auch zeitgerecht steuern.

Lieber Reto, vielen Dank für dieses ausführliche und sehr informative Interview. Robi und Mario, ich habe Euch zu danken. Es hat Spass gemacht.

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